Weinberg 24
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Der Jahrgang 2009 – Die ProWein im Rückblick

© Trudi Raschdorf / PIXELIO

Auf dieser Messe war ein relativ repräsentativer Überblick über den tatsächlichen Qualitätsstand des 2009er Jahrgangsmöglich. . Auch wenn die allgemeine Reihenfolge der Winzer-Rangliste nicht gravierend durcheinander gebracht wurde, so sind die Ergebnisse in den Regionen schon unterschiedlich.

Franken kann qualitativ nahtlos an den vorherigen Jahrgang anknüpfen. Nach wie vor ist Horst Sauer bei den Weißweinen das Maß der Dinge.

Aus dem Rheingau kam das Weingut Georg Breuer traditionell nur mit wenigen 2009er Weinen, die sich allerdings sehr potent präsentierten. Als kleiner Bon-Bon wurde der mit 93 Punkten bewertete und gerade erst vor kurzem auf den Markt gebrachte 2008er Berg Schlossberg Riesling QbA trocken aus der Magnum ausgeschenkt. Auch die aktuelle Kollektion des Weingutes Peter-Jakob Kühn kam sehr gut an.

Im Anbaugebiet Nahe fielen viele Blicke auf den laut Gault Millau aktuellen Winzer des Jahres: Tim Fröhlich! Der Auftritt des Weingutes Schäfer-Fröhlich wurde mit Unterstützung der gesamten Familie sehr gut gemeistert. Der Jahrgang 2009 konnte mit den dem Renommee entsprechenden Weinen aufwarten.

Aus Rheinhessen ist zu vermelden, dass auch hier die Qualität mindestens gehalten wurde. Beim Weingut Wagner-Stempel war es sehr auffällig, wie hoch in der Rebsorten-Breite das Niveau der einzelnen Weine ist.

Im Bereich Rieslinge aus Baden ist Andreas Laible aus Durbach besonders hervorzuheben. Außer bei den Kabinett-Weinen, wo die 2008er auch im aktuellen Vergleich immer noch einen potenteren Eindruck machen, ist auch die neue Kollektion wieder mal sehr überzeugend.

© M. Großmann / PIXELIO

Die Pfalz war wie jedes Jahr mit einer Vielzahl an Winzer vertreten. Tendenziell entspricht das Niveau auf jeden Fall dem Vorjahr. Beim Weingut Dr. Bürklin-Wolf, die ja bekanntlich im aktuellen Gault Millau die Kollektion des Jahres und den besten Riesling stellen, ist man mit dem Jahrgang 2009 zu Recht sehr zufrieden. Sehr erfreuliches ist vom Weingut Dr. Wehrheim aus Birkweiler aus der Südpfalz zu berichten. Die Gesamtqualität wird dem Vorjahr entsprechen, aber die Weine wirken nicht mehr ganz so monumental und barock. Beim Weingut Pfeffingen aus Bad Dürkheim sollte man als erstes die Rieslinge probiert haben! Auch aus dem Jahrgang 2009 ist der Kabinett aus dem Herrenberg wieder ein echtes Genußschnäppchen. Auch der mit dem Jahrgang 2008 von der Zeitschrift Kapital ausgezeichnete Terra Rossa bekommt einen würdigen Nachfolger. Beim Weingut Ökonomierat Rebholz ist man ja fast schon enttäuscht, wenn ein Jahrgang nach dem anderen nahezu in Perfektion gelingt. In diesem Jahr gab es bei den Weißweinen ausschließlich Fassproben, die im Maximalfall erst im Juli abgefüllt werden! Es befindet sich also alles in der Findung und auf Kurs!

Bei den Weißweinen von Markus Schneider fiel auf, dass der Riesling hier nicht die erste Geige spielt. Einstiegsqualitäten vom Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay bewegten sich unisono zwischen 85 und 86 Punkten. Der Sauvignon Blanc erreichte auch im Jahrgang 2009 wieder sehr gute 87 Punkte. Bei den Rotweinen ist die Ursprung-Cuvee mit 86 Punkten auch als 2009er wieder deutsche Spitzenklasse im Preisbereich bis 9 €. Auch der Black Print (87 Punkte) und der Spätburgunder (88 Punkte) hinterließen einen sehr charmanten Eindruck.