Weinberg 24
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Fürstlich Castell´sches Domänenamt

Acht Jahrhunderte Weinbau sind eine lange Zeit, in der sich Traditionen bilden, Erfahrungen weitergegeben und Erkenntnisse in Geschmack umgewandelt werden. Bereits 1266 werden die Weinbergslagen Hohnart, Schlossberg, Reitsteig und Trautberg urkundlich erwähnt – in der Wildbannkarte von 1497 auch schon dargestellt. Die Weinernteverzeichnisse reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert und in einem der ersten Kellerverzeichnisse von 1566 werden erstmals zwei Fässchen Rotwein aufgelistet. Die Silvanertraube, bevorzugte Casteller Rebsorte bis zum heutigen Tag, ist in Castell 1659 zum ersten Mal auf deutschem Boden gepflanzt worden – alles nachzulesen im Fürstlich Castell’schen Weingut.

Seit dem “10. April 1659” ist der Silvaner im Casteller Schlossberg beheimatet. Man ahnte damals noch nicht, welche Bedeutung diese Rebsorte für Castell und Deutschland haben wird. Der Gräflich Castell’sche Amtmann Johann Georg Körner ließ von dem Amtsboten Michel Saueracker für 8 Schilling 3 1/2 Pfennig 25 Fechser des Silvaners – zu jener Zeit noch als “Österreicher” bekannt – aus Obereisenheim heranschaffen. Der Silvaner wurde zu einem typischen Casteller.

Das Weingut hat aktuell eine Grösse von 65 ha und gehört damit national zu den grössten privaten Gütern Deutschlands. Die flächen werden nach den Vorgaben des Naturland-Verbandes bewirtschaftet. Der überwiegende Teil der Weine wird trocken ausgebaut. Auf einem Drittel der Fläche steht der Silvaner, gefolgt vom Müller Thurgau (23 %), Bacchus (8 %) und Riesling (8 %). Die restlichen Flächen teilen sich Rieslaner, Kerner, Scheurebe, Traminer, Spätburgunder und Domina. Es werden jährlich 450.000 Flaschen pro Jahr produziert, was einem Durchschnittsertrag von 57 hl/ha entspricht.

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