Weinberg 24
Weinberg 24

Karthäuserhof

Der Eitelsbacher Karthäuserhofberg umfasst knapp 19 Hektar, die zu über 90 % mit Rieslingreben bepflanzt sind. Auf knapp 10 % der Fläche ist seit Ende der 80er Jahre Weißburgunder gepflanzt. Der gesamte Steilhang weist eine Süd-/Südwestlage auf, wobei die Hangneigung bis zu 55 % beträgt. Die Rieslinge stehen auf feinschiefrigen Verwitterungsböden. Der Teil der Lage, der nach Südwesten abdreht, etwas flacher ist und einen höheren Lehmanteil im Boden aufweist, ist der Weißburgunderrebe vorbehalten.

Der Weinort Eitelsbach - damals noch Iselsbach genannt - wurde gesichert im Jahre 1223 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Ortsnamenentwicklung Iselsbach - Eisenbach - Eitelsbach weist auf sehr mineralische Böden, insbesondere einen hohen Eisenanteil hin. Der Eitelsbach, entlang des Hanges fließend, weist immer noch einen äußerst hohen Eisengehalt auf. Eisenadern durchziehen den gesamten Berg und lassen den steinigen Schieferverwitterungsboden leicht rötlich schimmern. Diese hochmineralischen Böden geben den Karthäuserhofberg-Weinen ihre Unverwechselbarkeit. Auch nach neuesten Klassifizierungen werden die Weinberge des Karthäuserhofes ganz vorne eingestuft. Die Düngung erfolgt hauptsächlich durch Pferdemist und andere Naturdünger, um den Humusgehalt der Schieferverwitterungsböden, die als "Humusfresser" bekannt sind, zu steigern. Das erhöht die Wasserhaltungskapazität der Böden und verbessert die Nährstoffversorgung der Reben, so dass gehaltvolle und extraktreiche Weine erzeugt werden können. Die Abstrahlungswärme des Schiefers kommt insbesondere der Rieslingrebe zugute, die lange reifen muss, um ihren Sortentyp zu entfalten. Der Boden wirkt dabei wie ein Nachtspeicherofen, der die während des Tages gesammelte Hitze in der Nacht langsam wieder abgibt. Der Weinberg ist umgeben von Waldungen, die ihn vor den kühlen Ostwinden abschirmen. Dies verbessert das Kleinklima und führt schließlich in Verbindung mit den Böden und der Weinbergspflege zum einzigartigen "Terroir". Eine späte Lese, einhergehend mit geringen Erträgen, dient dazu, hohe Qualitäten zu produzieren und das Geschmackspotential des Berges unverfälscht in die Flasche zu bringen.

Der Karthäuserhof bezieht seinen Namen von den Karthäusermönchen, die das Weingut 1335 von Kurfürst Balduin von Luxemburg als Geschenk erhielten und dort Landwirtschaft und Weinbau betrieben. Funde aus der Römerzeit weisen jedoch darauf hin, dass schon damals auf dem Karthäuserhofberg Wein produziert wurde. Im Rahmen der Säkularisierung fiel das Weingut 1803 an den französischen Staat, der es dann acht Jahre später in Paris versteigerte. Valentin Leonardy, aus Echternach stammend und Generalintendant in der französischen Armee, ersteigerte das Weingut. Er hatte den französischen Weinbau sehr genau studiert und setzte sich schon damals konsequent für die Erzeugung von qualitativ hochstehenden Weinen ein, wobei er neben dem Riesling auch die Burgunderrebe pflegte. In der nächsten Generation ging das Weingut in den Besitz des in Straßburg geborenen Johann Wilhelm Rautenstrauch über, der die Tochter von Valentin Leonardy heiratete. Die Rautenstrauchs, in deren Besitz das Weingut die nächsten drei Generationen war, führten das Gut in jener Zeit zu Weltruf. Davon zeugen viele Auszeichnungen, die das Weingut seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekam. Insbesondere Hans Wilhelm Rautenstrauch, der bis zu seinem Tode im Jahre 1951 das Weingut über 50 Jahre zusammen mit dem Gutsverwalter Paul Dierolf leitete, machte das Gut zu einem der führenden in Deutschland. Werner Tyrell, der Schwiegersohn von Hans Wilhelm Rautenstrauch und langjährige Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, übernahm die Leitung des Weingutes im Jahr 1951. Herausragende 50er und 60er Jahrgänge festigten das Renommee des Weingutes als großer Produzent von restsüßen Weinen. Mit Christoph Tyrell übernahm dann die sechste Generation das Weingut im Jahre 1986. Zusammen mit dem Kellermeister und Verwalter Ludwig Breiling wurde in den Folgejahren besondere Sorgfalt in den Ausbau trockener Weine gelegt. Davon zeugen zahlreiche Auszeichnungen, wie beispielsweise die Wahl von Christoph Tyrell zum Winzer des Jahres 1997 durch die Zeitschrift Feinschmecker und mehrere vorderste Prämierungen bei der alljährlich stattfindenden Verleihung des "Deutschen Riesling-Preises" für die besten trockenen Rieslinge im Waldhotel Krautkrämer bei Münster. Die Geschichte des Weingutes spiegelt sich auch in dem Halsschleifen-Etikett wieder, mit dem traditionell die Flaschen ausgestattet sind. Auf diesem Etikett, dessen Form geschützt ist, findet man in der Mitte das Gutswappen mit der Meerkatze, dem Wappentier der Karthäusermönche. Das Rad und das "C" unterhalb der Meerkatze weist auf die heilige Catharina hin, die als Schutzpatronin des Ortes Eitelsbach gilt und als eine der 14 Nothelferinnen gerädert wurde. Kreuzstab, Bischofsstab und Mitra erinnern an den Kurfürst Balduin von Luxemburg, der den Hof dem Karthäuserorden schenkte.

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