Weinberg 24
Weinberg 24

Egon Müller

Das Weingut Egon Müller ist seit 1797 in Familienbesitz.

Viele edelsüße Weine dieses Gutes sind längst Legende, bevor die letzte Flasche von ihnen getrunken ist. Die Haltbarkeit der Edelkreszenzen des Hauses erlaubt dem glücklichen Genießer Zeitreisen, wie sie sonst nur großen Rotweinen zugeschrieben werden.

Schon im 19. Jahrhundert wurde dieser Betrieb vor allem im Ausland hoch dekoriert und machte sich dabei einen Namen, der bis heute wohlklingender kaum sein könnte. Zum Ausklang des Jahrhunderts stellte Müller erstaunliche Weine vor. Die 1997er hatten viel Substanz und Spiel, 1999 hält Egon Müller IV. gar für den »feinsten Jahrgang, den ich je eingefahren habe«. In den besten Stücken des berühmten Scharzhofberges besitzt Egon Müller stolze sieben Hektar und etwas mehr als die Hälfte davon in der Wiltinger Braune Kupp, deren Weine unter dem Etikett »Le Gallais« vermarktet werden.

Die fabelhaften Spitzenkreszenzen, fulminante Eisweine und atemberaubende Trockenbeerenauslesen zeigen, dass kaum jemandem in Deutschland Weine dieser Kategorie besser gelingen. Hierfür erzielte schon Egon Müllers Vater bei den traditionsreichen Trierer Versteigerungen des Großen Ringes im VDP regelmäßig Rekordpreise.

Mit dem Jahrgang 2000 feierte der neue Kellermeister seinen Einstand: Stefan Fobian löste den Jahrzehnte lang im Scharzhof erfolgreich wirkenden Horst Frank ab. Die 2001er Weine waren zum Teil von einer jahrgangstypischen, herzhaften Säure geprägt. Weine von einer ganz anderen Statur konnten 2002 probiert werden: Schon die Kabinette verströmten eine Opulenz, wie man sie hier nicht erwartet hätte. Was Müller aus dem Jahrgang 2003 präsentierte, war phantastisch. Er selbst vergleicht den Jahrgang in seiner Stilistik mit dem legendären 1959er. Lohn für diese großartige Vorstellung war die Krone, die ihm für die jahrgangsbeste Auslese (99 Punkte!) aufgesetzt wurde. Die 2004er präsentierten sich deutlich botrytisgeprägt mit Stärken bei den Kabinetten und Auslesen. Generell sollte man dem Jahrgang Zeit zur Entwicklung gönnen. In 2005 haben Egon Müller und sein Kellermeister Stefan Fobian dem Scharzhofberg eine Kollektion entlockt, wie sie auch in der eindrucksvollen Gutsgeschichte selten ist. Edelste Auslesen, geprägt von Fülle und Konzentration, konterkariert von einer rassigen Säure, legten und legen Zeugnis ab von einem großartigen Saar-Jahrgang. Die 2006er waren bis zu den Spätlesen gute Saarweine, die das problematische Jahr nicht ganz verleugnen konnten. Ab der Versteigerungs-Spätlese aber waren die Weine großartig und wir verstehen, dass Egon Müller den Jahrgang mit 1999 und 1976 vergleicht. Aus der geschlossenen 2007er Kollektion stechen die herrlichen Auslesen heraus mit der opulenten nach weißen Früchten, Minze und Buttergebäck duftenden Goldkapsel an der Spitze.

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