Weinberg 24
Weinberg 24

Schäfer-Fröhlich

Das Weingut Schäfer-Fröhlich liegt in der Gemeinde Bockenau im deutschen Anbaugebiet Nahe. Es wird seit Anfang der 1970er-Jahre von Hans und Karin Fröhlich in bereits fünfter Familien-Generation betrieben. Die Tradition wird Sohn Tim fortsetzen, der seit dem Jahre 1996 für den Keller verantwortlich ist. Die Weinberge umfassen 12,5 Hektar Rebfläche in den Lagen Felseneck und Stromberg (Bockenau), Frühlingsplätzchen und Halenberg (Monzingen), sowie Felsenberg und Kupfergrube (Schlossböckelheim). Sie sind zu 80% mit dem Riesling, sowie den Sorten Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder bestockt. Der Riesling wird sehr spät und selektiv geernet. Die Vergärung erfolgt mit Reinzuchthefen sowie Spontanhefen im Stahltank. Seit dem Jahre 2001 ist das Weingut Mitglied beim VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter).

Historie: Weinbau in der Familie seit 1800

Die Erfolge der letzten Jahre in diesem Familiengut sind mehr als beeindruckend: 2005 konnte das vielköpfige Team um Tim Fröhlich mit einer Trockenbeerenauslese Goldkapsel nicht nur den besten Wein der Betriebsgeschichte einfahren, sondern gleich den besten Wein des Jahres noch dazu, versehen mit der Traumnote 100 Punkte. Und auch ansonsten schnitt das Weingut überragend ab, präsentierte gleich noch den besten halbtrockenen Wein, demonstrierte so eindrucksvoll seine Vielseitigkeit. Auch die 2006er Kollektion beeindruckte, sogar mit einem Spitzenrotwein, an dem Karsten Peter vielleicht nicht ganz unschuldig ist, den es wegen der Liebe zu Meike Fröhlich vom Pfälzer Weingut Castel Peter an die Nahe verschlug. Er ergänzt das leistungsstarke Dream-Team um Tim und Meike, sowie deren Eltern in Sachen Wein. Hinter allen Erfolgen steht ein schlüssiges Konzept. Ab Gutswein aufwärts wird hier ausschließlich mit Spontanvergärung oder selbst selektierten wilden Hefen gearbeitet – niemand an der Nahe beherrscht dies besser. »Gesundes Lesegut, absolute Sauberkeit und exaktes Arbeiten sind Pflicht, will man mit diesen Hefen klare Aromen erhalten«, weiß Tim Fröhlich. Dem Perfektionisten aus Bockenau gelingt dies auf verblüffende Weise sowohl bei seinen edelsüßen Spitzen wie den trockenen Topweinen. Faszinierend ist dabei der Vergleich der vier »Großen Gewächse«, die von sehr unterschiedlichen Lagen stammen. 1995 übernahm der ehrgeizige Tim Fröhlich die Verantwortung für den Keller, seitdem geht das Gut von Erfolg zu Erfolg. Die Weinbergsvergrößerung der letzten Jahre um drei Hektar hat auch dazu beigetragen, dass hier so selektiert werden kann, wie es für Spitzenweine nötig ist. Durch den Zukauf von 1,5 Hektar im Schlossböckelheimer Felsenberg und im Monzinger Halenberg hat man jetzt stolze 75 Prozent Riesling – und der Großteil der Reben ist mit 25 bis 30 Jahren im besten Alter für hochklassige, kleinbeerige Trauben. Die 2007er bezeichnet Tim Fröhlich als »Wahnsinns-Jahrgang« – und recht hat er. Straff und klar ist die Kollektion, mit pikanter Säure, enorm geradlinig und konzentriert. Riesling aufs Äußerste verdichtet. Kein Wunder, dass er einige Zeit an der Luft braucht, um sich vollends zu entfalten. Dabei bieten die hochreifen Trauben eine harmonische Säurestruktur, bei den trockenen wie bei den edelsüßen Gewächsen. Die einzige Kritik an dieser umwerfenden Serie ist rein äußerlicher Natur: Die kantig-unmodernen Etiketten sind meilenweit vom Spitzenniveau entfernt.

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